Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) schrammt nur hauchdünn an Norm für die Hallen-EM vorbei - Teamkollege Michael Pohl gefällt ebenfalls mit 60-Meter-Sieg
  17.01.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Der erste Tag des „Frankfurter Wintercups“ im Sportzentrum Kalbach, ein Wettkampf für Profi- und Kaderathleten,  gehörte den Sprintern.

Die freuten sich mächtig über eine hochklassige Startmöglichkeit, gaben mächtig Gas und glänzten mit tollen Zeiten. „Back on track“ - so könnte man den Auftritt von Lisa Mayer beschreiben. Der Trainerwechsel zu HLV-Coach David Corell zahlte sich voll aus. Die Athletin im Trikot vom  Sprintteam Wetzlar brachte sich als Siegerin des ersten 60-Meter-Vorlaufes mit starken 7,31 Sekunden gleich in die Favoritinnen-Rolle. Dahinter folgten Teamkollegin Lara Tornow (7,55 sec.) und Carolin Schlung (SSC Bad Sooden-Allendorf/7,58 sec.), die noch der Nachwuchsklasse U18 angehört. Als Fünfte gefiel mit 7,68 Sekunden Josephine Otto (LAV Kassel/Jahrgang 2005).

Die WM-Teilnehmerin Yasmin Kwado (LC Paderborn) setzte sich im zweiten Vorlauf mit 7,45 Sekunden durch. Jedoch nur ganz knapp, denn Antonia Dellert (Sprintteam Wetzlar/U20) war ihr mit 7,47 Sekunden dicht auf den Fersen. Damit setzte sich die schnelle Hessin knapp gegen Malaika Mihambo (LG Kurpfalz/7,50 sec.) durch. Die Weitsprung-Weltmeisterin von Doha machte sich im Sprint quasi für ihre Paradedisziplin am nächsten Tag „warm“.

Im Finale erwischte Lisa Mayer einen guten Start und verteidigte ihre Führung bis ins Ziel. Hier leuchteten dann starke 7,26 Sekunden auf der Anzeigetafel auf. Damit ist Mayer aktuell die Nummer zwei in Europa und schrammte nur um winzige 0,01 Sekunden an der Norm für die Hallen-EM am ersten Märzwochenende im polnischen Torun vorbei. Kwado steigerte sich als Zweite auf 7,32 Sekunden. Den dritten Platz teilten sich Antonia Dellert und Malaika Mihambo, für die beide nach Auswertung des Zielfilms 7,49 Sekunden notiert wurden. Auf den nächsten Positionen folgten Lara Tornow (7,57 sec.), Carolin Schlung (7,60 sec.) sowie Josephine Otto (7,65 sec.). Das B-Finale ging mit 7,76 Sekunden an Viktoria Koletzko (Wiesbadener LV/Frauenklasse), die jedoch arg von der vier Jahre jüngeren Mira Baus (SG Schlüchtern/7,78 sec.) bedrängt wurde. Auf der Hallenrunde setzte sich Schlung mit 24,81 Sekunden sicher gegen Vivian Groppe (MT Melsungen/25,10 sec.), die ebenfalls noch U18erin ist.

Bei den Männern stritten 20 Sprinter um den Einzug ins A- und B-Finale. Gleich im ersten Rennen wurde Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) seiner Favoritenrolle gerecht. Mit 6,73 Sekunden setzte sich der 100-Meter-Meister von 2019 gegen Lucas Ansah-Perrah (Hamburger SV/6,80 sec.) durch. Aaron Amenta (TV Groß-Gerau/U18) machte mit 7,30 Sekunden die Teilnahme am B-Endlauf klar. Im zweiten Rennen blieben alle Teilnehmer unter sieben Sekunden. Den Anfang machte Fabian Olbert (LG Stadtwerke München/6,80 sec.), der den Atem von Owen Ansah (Hamburger SV/6,81 sec.) im Nacken spürte. Bärenstark der Auftritt des U18-Youngsters Lennart Hartenberg (TV Wattenscheid/6,83 sec.) auf Rang drei. Für Georg Fleischhauer (Eintracht Frankfurt) und Felix Schlosser (LG Roßbach-Rodheim) wurden 6,96 bzw. 6,99 Sekunden notiert. Im dritten Vorlauf hatte Elias Goer (Sprintteam Wetzlar/6,85 sec.) die Nase vorne. Für 200-Meter-Spezialist Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) leuchteten 6,93 Sekunden auf der Anzeigetafel auf, bei Constantin Derzbach (LG Seligenbach) waren es 6,99 Sekunden.  Philipp Corucle (VfB Stuttgart) kam mit 6,75 Sekunden ganz nahe an die Marke von Michael Pohl ran, was Spannung fürs Finale versprach. Auch die 6,76 Sekunden von Yannick Wolf (LG Stadtwerke München) waren klasse.

Der Endlauf war dann auch eine „knappe Kiste“, stürmte das Top-Trio doch innerhalb von 0,08 Sekunden ins Ziel. Michael Pohl verbesserte sich ganz leicht auf 6,72 Sekunden und sicherte sich damit den Tagessieg vor Corucle (6,77 sec.) und Ansah-Perrah (6,80 sec.). Im B-Finale hatten am Ende lediglich Felix Schlosser (6,96 sec.) und Constantin Derzbach (6,97 sec.) keine „Sieben“ vor dem Komma stehen. Über die 200 Meter trug sich Owen Ansah (HSV) mit 21,03 Sekunden in die Siegerliste ein. Florian Daum (Eintracht Frankfurt/22,23 sec.) konnte den Mann aus der Hansestadt nicht gefährden. Der U18er Aaron Amenta (TV Groß-Gerau) komplettierte in 22,63 Sekunden das Podium.

Bei dem Bildmaterial handelt es sich um Archiv-Fotos, da Pressevertreter vom Veranstalter Eintracht Frankfurt nicht zugelassen waren.