DLV U18-Gala in Walldorf - Milina Wepiwe hat den Dreh raus und wirft neuen Diskus-Hessenrekord
  22.06.2022 •     Jugend , Leistungssport , Wettkampfsport


Der hessische U18-Nachwuchs ist auf den Punkt fit - zehn junge Asse lösen das Ticket für die Europameisterschaften in der ersten Juli-Woche in Jerusalem (ISR)

Was für ein Wurf. Gleich mit ihrem ersten Versuch ließ es Milina Wepiwe (TSG Wehrheim) bei der „U18 Gala“ des deutschen Leichtathletik Verbandes in Walldorf (bei Heidelberg) so richtig krachen. Angereist war die Diskuswerferin mit einer Bestweite von 48,29 Metern angereist. Doch diese Marke war ziemlich schnell Makulatur. Gleich mit ihrem ersten Wurf beförderte Wepiwe die ein Kilogramm schwere Scheibe auf satte 50,15 Meter und setzte sich damit souverän an die Spitze des Feldes. Der von Curly Brown (Eintracht Frankfurt) mit 48,17 angeführten Konkurrenz gelang im Vorkampf kein Führungswechsel mehr. Wepiwe fabrizierte nach dem tollen Wurf zum Einstieg zwei ungültige Versuche. Im vierten Durchgang von Milina passte dann einfach alles. Der Diskus krachte erst bei 53,18 Metern auf den Rasen des Walldorfer Waldstadions. Damit verbesserte Wepiwe den bereits fast 23 Jahre alten Hessenrekord von Julia Bremser (SV Hohenstein) um gleich satte 1,35 Meter. Einmal mehr übertraf der Schützling von Coach Adrian Ernst damit die Norm für die U18-Europameisterschaften, zu denen die 16-Jährige Wehrheimen nun als Führende des kontinentalen Rankings anreist. „Der Knoten ist endlich geplatzt. In den letzten Trainings-Einheiten hatte es sich bereits angedeutet, dass Milina richtig gut drauf ist und Weiten jenseits der 50 Meter werfen. Dass es nun gleich in diese Dimensionen ging, ist absolut phantastisch“, so ihr Trainer Adrian Ernst. In Sachen Konstanz hat das erfolgreiche Duo, bei lediglich zwei gültigen Versuchen, noch ein wenig Arbeit vor sich. Trotzdem gibt sich die junge Technikerin sehr selbstbewusst. „Damit bin ich natürlich sehr zufrieden. Ich wusste, dass es in mir steckt, auch wenn ich trotzdem etwas überrascht bin. Für die U18-EM peile ich den Titel an“, so die TSG-Athletin.Als Gesamtzweite flieg auch Curly Brown (Eintracht Frankfurt) am 4. Juli nach Jerusalem. Die Adlerträgerin packte mit ihrem letzten Wurf auch noch was drauf, stellte mit 49,67 Metern eine neue Bestmarke auf und kratzte damit an einer 50er Weite.

Eine Punktlandung in Sachen EM-Qualifikation zeigte Tristan Kaufhold (SSC Hanau-Rodenbach), der das Rennen in Walldorf mit 8:30,46 Minuten gewann und damit die geforderten 8:32,00 Minuten für Jerusalem erfolgreich unterbot. Im Zehnkampf ist Friedrich Schulze (TV Gelnhausen) mit dabei, der sich im Rhein-Neckar-Kreis über die 110 Meter Hürden (14,72 sec.), im Stabhochsprung (4,55 m) und mit dem Disksus (44,27 m) testete. Im Kugelstoßen blieb Andre Luis (MT Melsungen) als Zweiter mit 17,22 Metern unter seiner Bestmarke und dem Meisterschafts-Richtwert von 18,50 Metern. Der Nordhesse hatte mit 18,76 Metern die Norm bereits im Vorfeld übertroffen und packt nun ebenfalls die Koffer. Das Diskuswerfen beendete Luis mit 51,20 Meter (Bestweite 55,34 m) als Dritter.

Reine Formsache war der Sieg von Jana Becker (LG Wettenberg) in 2:12,59 Minuten über die 800 Meter. Die geforderten 2:08,50 Minuten hatte die Mittelstrecklerin bereits mehrfach geknackt und gehört mit ihrer Bestzeit von 2:04,95 Minuten zu den ganz klaren Endlauf-Anwärterinnen. Ihr großes Leistungsspektrum hatte Becker auch schon auf zwei weiteren Distanzen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit 54,76 Sekunden auf der Stadionrunde sowie 4:26,04 Minuten über 1500 Meter knackte sie nämlich noch zwei EM-Normen! Wahrscheinlich zwei Einsätze warten in Israel auf Holly Okuku (GSV Eintracht Baunatal). Bei der U18-Gala gewann sie überlegen die 200 Meter mit 23,75 Sekunden (PB 23,62 sec.) und dürfte auch zudem auch in der Staffel mit dabei sein. Vanessa Mikitenko (SSC Hanau-Rodenbach) lief bei den 3000 Metern im Waldstadion nach 9:49,68 Minuten als Dritte über die Ziellinie. Da sie zuvor beim Meeting in Regensburg mit 9:41,92 Minuten schon die Norm geknackt hatte, kann sie nun auch mit einem Start bei den kontinentalen Titelkämpfen planen. Masha-Sol Gelitz (GSV Eintracht Baunatal) blieb im Weitsprung mit 4,81 Metern weit unter ihren Möglichkeiten (SB 5,87 m). Wegen muskulärer Probleme trat Masha-Sol in ihrer Paradedisziplin Dreisprung dann zur Sicherheit nicht an. Hier hatte die Nordhessin im Vorfeld die verlangten 12,50 Meter mit 12,64 Metern bereits übertroffen. Da bei der finalen Quali-Möglichkeit in Walldorf keine Gegnerin das Limit überbot, ist Masha-Sol für Jerusalem gesetzt. Den Hammer wird in der ersten Juli-Woche Johanna Marwitz (Eintracht Frankfurt) in die Hand nehmen, die mit 65,72 Metern das nationale Ranking anführt. Zum Pechvogel avancierte Julian Holuschek. Der Eintrachtler sprang in Weinheim 7,19 Meter weit - einen Zentimeter zu wenig für den EM-Trip. In Walldorf zeigte er als Zweiter wieder starke 7,12 Meter, was aber erneut nicht reichte.

 

 

 

 

 

 

Bericht wird noch ergänzt